DAS DILEMMA DER LIBERALEN

Liberalismus ist praktische Aufklärung: Die freie Nutzung des eigenen Verstandes zu vernünftigen Entscheidungen. Das ist der rationale Ken menschlicher Würde. Um ihren Verstand unabhängig nutzen zu können, müssen die Menschen sich aus Abhängigkeiten befreien, die diesem Nutzen entgegenstehen. Deshalb ist Liberalismus beständiger Freiheitskampf gegen fremde Zwänge.

19.08. Die Zwänge wechseln. Der Liberalismus entwickelte sich in der Auseinandersetzung mit Zwängen, denen Staat u. Kirche die Menschen unterwarfen. Diese Auseinandersetzungen haben an Schärfe verloren,
wo Staat u. Kirche selbst zu mehr Liberalität fanden. In fortgeschrittenen Industriegesellschaften – wie der Bundesrepublik Deutschland – gehen wesentliche Zwänge heute vielmehr von der Wirtschaft aus.

Unsere Unabhängigkeiten sind wirtschaftlicher Art: ob wir einen Arbeitsplatz haben, wie sicher unser Geld ist. Ein US-Präsident hat in der Fremde bis zum Umfallen um „Jobs, Jobs, Jobs“ für seine Landsleute kämpfen lassen. Bittere Früchte der Freiheit!
Damit wurden die Zwänge der Feudalgesellschaft aufgebrochen Bürgerfreiheiten fundiert u. für die gesamte Gesellschaft neue Chancen eröffnet.

Aber darf Freiheit sich in wirtschaftlichem Freiraum erschöpfen? Wäre es heute nicht Sache der Liberalen, gegen wirtschaftliche Zwänge anzugehen, so wie sie gestern gegen kirchliche und staatliche Zwänge angegangen sind?

Lara: Aber durch die Fixierung auf reine Wirtschaftsfragen verstellen sich die Liberalen den Blick und auch die Chancen, wirtschaftliche Unvernunft zu bremsen, wirkliche Notwendigkeiten von scheinbaren zu trennen sowie Menschen, Gesellschaft und Umwelt von Lasten zu befreien, die nicht mehr tragbar sind. Können sich die Liberalen aus ihren Ökonomischen Versteifung lösen und mit Originalität, die den Liberalismus früher zierte, ein Menschenbild entwickeln, das zwischen Rechts-Konservativen und Kommunistisch-Sozialistischem Anachonismen ins nächste Jahrtausend weist? Eine Vorstellung
von neu bedachten Menschenrechten, von Menschenpflichten und
von Gerechtigkeit, aus der eine Menschenwürde aufblüht, die wirtschaftlich hinreichend begründet, aber deren Existenzsinn nicht wirtschaftlich begrenzt ist? Es fehlt dafür in Hessen nicht an Ansatzpunkten; sie bräuchten nur noch verknüpft zu werden.

Läßt sich ein solcher Liberalismus über das Tagesgeschäft hinaus entwickeln? Gibt es noch diese Chance für die Liberalen? Haben die JuLis Antworten parat?

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